Dies’ Gedicht’ soll ein Beispiel sein,
für Lug und Trug und falschen Schein.
Verzweifelt geht man auf die Suche,
nach Trochäus, Jambus und Sonett,
des Laien ewig last’ner Fluche,
Wissen, Struktur – sehr konkret.

So dachte Goethe allemal,
an Alliteration und die Konsorten,
Das Lesen nur wär’ zu banal,
Anapher und die Rest-Retorten.

Vor Goethe beugt der Wissende die Knie,
fordert, schreit und sucht Genie.


„Literarische Texte werden nicht an den Schüler herangebracht, um bei ihm die Lust am Lesen auszulösen, um ihm die Chance zu geben – und sei es mit den verschiedensten Gedanken – sich mit einem Text zu identifizieren, sich selbst zu erleben, sondern um ihn auf eine schlüssige Interpretation hinzuführen. Das tötet die Literatur ab.“

Günther Grass (ein Laie?)

8 Antworten zu “Über das Zerpflücken zerpflückter Gedichte (eine Antwort auf Brecht)”

  1. Meine Deutschlehrerin sagte so gern: „Das Metrum behandeln wir nicht. Gedichte soll man nicht sezieren.“
    Gut so. Denn mein Metrum bestand vorher in jedem Aufsatz aus „durchgängigen Jamben“.

    Und sie sagte auch: „Manche Gedichte muss man nicht interpretieren. Manche Gedichte kann man nicht interpretieren. Die sind einfach nur schön.“

    Wie Recht sie hatte.

  2. konsumdichter sagte

    Du sprichst mir aus der Seele :)

    ps.: Deine Deutschlehrerin hätte ich gerne ^^

  3. Sie ist die beste Deutschlehrerin überhaupt. Ich vermisse sie jetzt auch schon. Eindeutig das, was mir am meisten an der Schulzeit fehlt.

  4. konsumdichter sagte

    Na, wenn du sie dann ja jetzt nicht mehr brauchst, könntest sie ja mal Richtung Stuttgart versetzen lassen xD

    Ich beginne allmählich an mir zu zweifeln, alle welt will interpretieren, nur ich nicht.

    Einen tollen Musikblog habt ihr da übrigens :) darf ich den in meinen blogroll übernehmen?

    Gruß, Konsumdichter

  5. Ich mag Interpretationen schon. Man solls nur nicht übertreiben.

    Dankeschön. Die Beatbiester machen leider gerade nicht sehr viel. Kommt aber bald wieder mit mehr.

  6. konsumdichter sagte

    Habe gerade erst bemerkt, dass du ja auch dichtest :)

    *geradeamseitedurchlesen*

  7. Ja. Auch das ab und an mal.
    Irgendwas muss man mit der Zeit die bleibt ja anfangen.

  8. XL sagte

    ich erken nur wenn ich mich mit dem geidcht auseinandersetz un es stück für stück anschau, alles genau bewerte und hinterfrage einen eindurck ob das gedicht mir gefällt oder nicht… ich hab viele gedichte gelesen die mir gefallen haben… als ich aber herrausgefunden hab was drin steht waren se nemme halb so gut… natürlich auch anders rum

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